Stellungnahme zur Oberschule
 
 
Leserbrief der Oberschule        17. 8. 2011 

In den letzten Wochen wurde mehrfach über die Oberschule in Bunde bzw. Uplengen berichtet, als sei da etwas ganz Neues entstanden. Sie wird als „abgespeckte Form der Gesamtschule“ beschrieben, obwohl die Schüler zum Teil schon in der 5. Klasse getrennt werden. Auch beschränkt sich die Schulform auf Real- und Hauptschüler, also ist es nur alter Wein in neuen Schläuchen. In den Gesamtschulen gibt es entweder bis zur 10. Klasse gar keine Trennung oder erst ab der 8. Klasse. Gesamtschulen sind Schulen für alle, es gibt keine Trennung mehr nach Schulformen. Problematisch ist dabei, dass der Landkreis seine Fürsorgepflicht für die Standorte Jemgum und Weener aufgegeben hat und für die Oberschule die Schuleinzugsbereiche aufgelöst hat. 

In Bunde wird im Schulzentrum ebenso gute Arbeit geleistet wie an den weiterführenden Schulen in Jemgum und Weener. In Weener und Jemgum werden an den Haupt- und Realschulen die gleichen Abschlüsse angeboten wie in Bunde. Auch dort können vom Hauptschul- bis zum erweiterten Realschulabschluss alle Abschüsse erreicht werden. Wichtig für die Schülerinnen und Schüler ist, dass sie wohnortnah in Jemgum und Weener ebenso ein gutes Schulangebot finden. Sie werden zu einem hohen Prozentsatz gern in Ausbildungsstellen übernommen. 

Die Oberschule ist der letzte Versuch, dass international abgelehnte viergliedrige Schulsystem der frühen Trennung der Kinder zu retten. Sie verschiebt das Problem, löst es aber nicht. Der Landkreis ist gut beraten, nicht hinter jeder Änderung frühzeitig hinterherzulaufen, denn nach den nächsten Landtagswahlen werden die Karten in der Bildungspolitik neu gemischt. Man darf auch nicht Schulen ständig Reformen unterwerfen, so dass der Schulalltag immer unerfreulicher wird. Jedes Jahr eine Jahrhundertreform. Und bevor man die zehntletzte Reform vernünftig hat abarbeiten können, wird schon die nächste durch die Schultür geschubst. Das alles hat nichts von Änderungen mit Augenmaß und der nötigen Ruhe zu tun. Und die Schulen werden immer mehr von den atemlosen, oft unausgereiften Reformen vom „normalen“ Geschäft abgehalten.