Bericht von der Sitzung des Ortsverbandes Rheiderland der GEW vom 15. 3. 2012

Facebook, die Tarifauseinandersetzungen, die Grundschule Stapelmoorerheide und Inklusion waren die Themen der Sitzung des Ortsverbandes Rheiderland der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. 

Jan Kuiper, Konrektor der Phönixschule, berichtete über Facebook. Das Netzwerk hat 910 Mio.  Mitglieder. In Deutschland greifen Nutzer allein 130 Mio. mal auf Facebook zu. Weltweit sind es 4,5 Mrd. Zugriffe. Zwar nutzen viele nicht mehr als ½ Stunde das Angebot, doch mit anderen Anwendungen verlieren Kinder und Jugendliche bis zu 10 Stunden ihrer Tageszeit vor einem Bildschirm. 78% nutzen Facebook zur Kontaktpflege, 41 % zum Austausch von Interessen. Probleme sind die personalisierte Werbung und die auch dann verbleibende Datenspeicherung, wenn man abgemeldet hat. Auch werden z.B. E-Mail-Adressen as dem Rechner des Nutzers geladen und von Facebook verwendet. 

Wie bei anderen Netzwerken verliert man einen Teil seiner Privatsphäre, die Hemmschwelle bei Beleidigungen sinkt. 40% der Konflikte, die Schüler im wirklichen Leben haben, entstehen schon durch die Mobbing-Aktionen über Facebook. Verführerisch ist der „gefällt mir“-Button, der eine virtuelle (scheinbare) Sympathiewelt aufbaut. Eltern haben die Aufgabe, die Nutzung der Computer zeitlich einzugrenzen. Die Schule soll aufklären, welche Gefahren durch den übermäßigen Gebrauch der Computer entstehen. Nutzer müsse sich genau überlegen, was sie von sich preisgeben wollen. So schauen Firmen bei Bewerbungen, wie man sich im Internet präsentiert. Auf keinen Fall soll man Kontaktdaten wie Adressen oder Telefonnummern bekannt geben oder die eigene Seite beliebig sichtbar machen. 

In der Diskussion wurde deutlich, dass Facebook wie ein Eisberg gesehen werden kann: Auf der Oberfläche sieht man die positiven „weißen“ Eigenschaften wie Kontaktpflege, der leichte Austausch von Terminen usw. Unter der Oberfläche droht ein unkontrollierbarer Zugang auf Daten, werden die Nutzer geschickt manipuliert, verliert man die Rechte auf eigene Daten, werden im Hintergrund ständig Informationen der Nutzer abgegriffen.

Im Verlauf des wurden weitere Themen erörtert: 

1. Inklusion
Wenn die Inklusion so wie geplant umgesetzt wird, stellt sie keine Verbesserung der Lage der Beteiligten dar. In den Grundschulen sieht man die grundsätzlich befürwortete Inklusion mit gemischten Gefühlen, denn für eine vernünftige binnendifferenzierte Förderung die nötigen Ressourcen. Es reicht nicht, Schüler mit Förderbedarf einfach so in eine „normale" Grundschulklasse zu geben. Es reicht auch nicht, wenn eine Kollegin aus der Förderschule für einige wenige Stunden in die Klasse mit hineinkommt, Da bedarf es der zuverlässig ständigen Förderung. Auch ist es für die „Reiselehrerinnen" sehr belastend, mit ständig wechselnden Gruppen arbeiten zu müssen. Es fehlt natürlich auch an Fortbildung bezüglich Diagnose und Förderung, es fehlen Unmengen von Materialien. Wir haben derzeit das Gefühl, dass hier mit einem Sparmodell die Konvention umgesetzt werden soll, ohne dass wirklich eine der beteiligten Gruppen Vorteile davon haben wird. Im Gegenteil: Die qualifizierte gegenwärtige Förderung in den Förderzentren findet mit dem gegenwärtigen Stand keine positive Entsprechung nach den Plänen der Landesregierung.

2. Grundschule Stapelmoorerheide
Die Mitglieder sprachen sich einhellig für den Erhalt des Standortes der Grundschule Stapelmoorerheide aus. 

3. Personalratswahlen und Tarifverhandlungen
Bei den Personalratswahlen hatte die GEW sehr viel Erfolg, die laufenden Tarifverhandlungen unterstützt die Gewerkschaft, denn der öffentliche Dienst hat in den letzten Jahren immer zurückstecken müssen. 
 

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