25. Ostfriesische Hochschultage vom 15./16. März 2007 in Aurich:

Bericht und Programm
 

Schule zwischen Standardisierung und Profilbildung – Lehrerinnen und Lehrer als Tausendsassas
mit Schulbuchausstellung

Der Arbeitskreis der Kreisverbände der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft bereitete wieder die seit 1954 regelmäßig durchgeführten Ostfriesischen Hochschultage in Zusammenarbeit mit dem Paderborner Lehrerausbildungszentrum der Uni Paderborn und dem Regionalen Pädagogischen Zentrum Aurich vor. Diesmal fanden die Ostfriesischen Hochschultage am 15. und 16. März. 2007 erstmals im „Europahaus Aurich“ statt. 

Kooperationspartner sind das RPZ-Aurich und 
das Paderborner Lehrerbildungszentrum (PLAZ) der Uni Paderborn.

Der Arbeitskreis der Ostfriesischen Hochschultage


hintere Reihe von links:
Dr. Dirk Gerdes, Ubbo Voss, Karl Hoops, Jürgen Richter, Ronald Wilts
vordere Reihe:
Gudrun Jakobs, Ursula Themer, Ahmed Chaker, Insa Bulicke, Hasso Rosenthal



Die Frage nach „Standards und Kompetenzen in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung“ ist zu einem Thema geworden, das in der jüngsten Zeit die Diskussion um die Qualität der Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern zunehmend prägt. Dabei handelt es sich um eine Frage, die nicht nur für Studierende sowie für Lehramtsanwärterinnen und  Lehramtsanwärter relevant ist, sondern auch für Lehrerinnen und Lehrer im Beruf: Welches „Rüstzeug“ braucht eine Lehrkraft, um die Schule von heute und morgen zu bewältigen und mitgestalten zu können? Die Schule hat sich verändert und benötigt Lehrkräfte, die über Kompetenzen verfügen, die vor zehn Jahren noch kaum eine Rolle spielten. Veränderungen in der Schule zeigen sich z.B. in Anforderungen, die aus dem Wandel der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen entstehen. Mangelnde Lernbereitschaft, Disziplinprobleme, große Heterogenität in Kenntnissen und Fähigkeiten und zum Teil problematische Wertorientierungen verweisen nur auf einzelne der gegebenen Problemlagen. Welche Kompetenzen sind vor diesem Hintergrund heute für Lehrerinnen und Lehrer unerlässlich?

Neben der Entwicklung allgemein notwendiger „Kernkompetenzen“ muss eine Schule heute genauer ausweisen, was sie ihren – zum Teil sehr unterschiedlichen – Schülerinnen und Schülern bieten kann. Spezielle Schwerpunkte dienen dazu, Schülerinnen und Schüler des Einzugsgebietes einer Schule adäquat fördern und fordern zu können – aber auch um für die Schule zu „werben“. Der Ausweis eines ernst gemeinten Schulprofils ist nicht zuletzt von sozialdemographischen Faktoren abhängig. Es ist z.B. ein Unterschied, ob eine Schule Schülerinnen und Schüler aus einem ländlichen Gebiet oder aus einem großstädtischen Ballungsraum sowie aus höheren oder niedrigeren Sozialschichten  ansprechen und auf deren Bedürfnisse eingehen möchte. Ein angemessenes Schulprofil setzt in diesem Sinne voraus, dass die Schule die Bedarfe in ihrem Einzugsgebiet berücksichtigt. Hier sind Lehrerinnen und Lehrer als Profis gefragt – sei es z.B., um Lernstandsdiagnose zu betreiben, soziales Verhalten zu fördern, auf gesunde Ernährung zu achten oder auf den kompetenten Umgang mit Medien vorzubereiten. Lehrerinnen und Lehrer sollen dabei nicht nur alles ein bisschen können, sondern auch selbst Profile aufweisen, mit denen sie ihre Schule als Profi unterstützen können.

Die Tagung bietet zum einen ein Forum für die Auseinandersetzung mit dem geschilderten Themenfeld und zeigt zum anderen in Workshops in exemplarischer Weise auf, welche Kompetenzen in verschiedenen Bereichen der Schulpraxis notwendig sind und wie sie erworben werden können. 


Tagungsverlauf

Vom 15. bis 16. März fanden im Europahaus die 25. Ostfriesischen Hochschultage statt. Sie werden vom Arbeitskreis der Ostfriesischen Hochschultage der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft seit 1954 alle zwei Jahre organisiert, um den aktuellen Wissensstand einer Universität in Fortbildungsveranstaltungen den Beschäftigten im Bildungsbereich Ostfrieslands anzubieten. Diesmal erfolgte die Einladung an das Pädagogischen Lehrerbildungszentrum (PLAZ) der Uni Paderborn. 


Pressegespräch

Im Pressegespräch wies der Prof. Dr. Bernard Michael Gilroy (Prorektor für Lehre, Studium und Internationale Beziehungen) darauf hin, dass man in Deutschland mehr in junge Menschen investieren müsse. Er hob hervor, dass Lehrerinnen und Lehrer gute Arbeit leisten würden. Sie seien „Motoren der Bildung“. Sie hätten einen „knallharten Knochenjob“. 

Prof. Dr. Anne Ratzki (Honorarprofessorin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Paderborn) vertrat die Meinung, dass individuelles Lernen sehr viel stärker Bestandteil des Schulalltags werden müsse. In den deutschen Schulen würde das Bewusstsein für die Vielfalt der unterschiedlichen Leistungsstände in jeder Klasse (Heterogenität) fehlen. Andere Länder würden die Stärken aller Schüler fördern, in Deutschland würde man zu sehr auf die Schwächen schauen. 

Eberhard Brandt (Landesvorsitzender der GEW Niedersachsen) kritisierte, dass man die Schulformen nicht antasten würde. Er lobte den Arbeitskreis für sein Engagement, denn Lehrer wären sehr fortbildungsbereit, doch das Land Niedersachsen würde die staatliche Lehrerfortbildung „gegen Null fahren“. Er wies auf die Gefahr hin, dass mit den Standardisierungen die Schüler viel zu sehr über einen Kamm geschoren würden.

Dr. Jens Winkel vom Didaktischen Zentrum der C. v. Ossietzky Universität Oldenburg hatte großen Anteil daran, dass die Universität Paderborn nach Ostfriesland gekommen ist. Er sprach die Hoffnung aus, dass mit dem Fortbildungsangebot geholfen werde, die vorhandenen Stärken der Schulen auszubauen und ihnen die Weiterentwicklung ihrer Schulprogramme möglich werde. 

Prof. Dr. Bardo Herzig (Universität Paderborn, Erziehungswissenschaftliches Institut) bemängelte, dass es für das Bildungssystem keinen gemeinsamen Grundkonsens geben würde. Er hielt später in der Einführungsveranstaltung die Eröffnungsrede, in der er umfassend darlegte, was Lehrerinnen und Lehrer können sollten. 

Dr. Annegret Helen Hilligus (PLAZ-Geschäftsführerin) hob hervor, dass die Lehrerinnen und Lehrer eine hohe Verantwortung für die Profilbildung der Schule hätten. Deshalb müssten sie in den Schulen auch die nötigen Freiheiten haben. 

Jürgen Richter, der Vorsitzende des Arbeitskreises der GEW, berichtete, dass es viele Anmeldungen gegeben habe. Veranstaltungen zur Diagnostik und zum skandinavischen Schulsystem hätten die meisten Anmeldungen bekommen. Er wies darauf hin, dass die Bildung nicht an Finanzfragen scheitern dürfe. Deshalb sei Fortbildung auch so wichtig. Die Hochschultage „wollen eine Fortbildung anbieten, was man selbst besser machen kann“. 

Prof. Anne Ratzki erinnerte daran, dass die Finnen früher dasselbe Schulsystem wie die Deutschen gehabt hätten. Dann hatten sie die Dreigliedrigkeit mit großem Erfolg aufgegeben. „Als die Lehrer die Kinder nicht mehr wegschicken konnten, fingen sie an, jedes Kind einzeln zu fördern.“


Empfang im Europahaus in Aurich



Eröffnungsveranstaltung

Im „Güterschuppen“ des Gymnasium Ulricianum fand vor mehr als 100 Gästen die Eröffnungsveranstaltung der Ostfriesischen Hochschultage statt. 

Der Vorsitzende des 
Arbeitskreis Ostfriesische Hochschultage
Jürgen Richter

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Arbeitskreises Jürgen Richter verwies Dieter Knutz als Bezirksvorsitzender der GEW auf das Problem der sozialen Auslese im Bildungssystem. Kein Volk der Welt würde Bildungschancen so sehr von der sozialen Lage abhängig machen wie das deutsche. Er kritisierte entschieden den Rückzug des Staates aus vom Bildungsauftrag, indem er mit Privatisierungen, Konkurrenzsystem und Ranking immer mehr Opfer produziere, anstatt Probleme des Schulbereichs konstruktiv zu lösen. Er verwies darauf, dass Schule mehr zur Gerechtigkeit führen kann, ohne auf Qualität zu verzichten. Besonders lobte er die Arbeit des RPZ und die Leistung des ehemaligen Leiters Dirk Geerdes.

Interessierte Zuhörer


In der Vorstellung der Universität Paderborn und des PLAZ verwies Prof. Dr. Bernhard Michael Gilroy auf die sich ändernde Rolle der Schule in der Informationsgesellschaft.
 
weitere Bilder

Für den Hauptvortrag war Prof. Dr. Gerhard Tulodziecki angekündigt. Da er erkrankt absagen musste, vertrat ihn Professor Bardo Herzig mit dem Hauptvortrag des Abends: „Schule zwischen Standardisierung und Profilbildung – Was sollen Lehrerinnen und Lehrer können?“ Er entwickelte Vorstellungen über ein zukünftiges Leitbild der Schularbeit. Er machte deutlich, dass die von der Kultusministerkonferenz angezielte Standardisierung nicht mit einer wie auch immer gearteten Vereinheitlichung der facettenreichen Bildungslandschaft zu tun haben dürfe. Es gehe vielmehr um eine Standardorientierung, die es aber gerade in der föderal strukturierten Bundesrepublik besonders schwer habe. Er siedelte Zielmarken in den Spannungsfeldern 
1. Bedeutung für den Unterricht,
2. Anforderungen an die Entwicklung schuleigener Curricula und
3. Konsequenzen für die Lehrerausbildung
an.
Prof. Bardo Herzig setzte sich dafür mit verschiedenen Konfliktfeldern des aktuellen Standardisierungsprozesses auseinander.
1. Konflikt
Es gebe eine Dominanz der Überprüfung. Bildungsbedeutsame Inhalte könnten aufgegeben werden zu Lasten der Orientierung an übergreifenden Leitideen. Konsequenz müsse Unterricht in Orientierung an pädagogischen Leitideen sein.
2. Konflikt
Der Blick auf individuelle und gruppenspezifische Bedingungen ginge verloren zu Lasten der Dominanz einheitlicher Anforderungen. Konsequenz müsse eine stärkere Orientierung auf die jeweilige Bedürfnislage, Lebenssituation, den Erfahrungs- und Wissensstand und die moralische Werteorientierung sein.
3. Konflikt
Die Standardisierungsdiskussion leiste keine Herleitung aus entwicklungstheoretisch begründeten Kompetenzmodellen. Konsequenz müsse sein, den Unterricht mit Hilfe entwicklungstheoretischer Ansätze zu fundieren. 
4. Konflikt
Es bestehe eine Dominanz der Zielorientierung zu Lasten der Prozessorientierung. Konsequenz müsse eine prozessorientierte Planung und Gestaltung des Unterrichts sein, um dann erst den Bezug zu den Standards herzustellen. Zum Beispiel könnten bei der Werte- oder Medienerziehung Standards als Mittel der Reflexion dienen. Sie sollten nicht Mittel der Lernsteuerung sein.
Allgemein forderte Prof. Bardo Herzig für ein Curriculum der allgemeinen Medienkompetenz Konsequenzen für die Lehrerausbildung mit Modulen zur Entwicklung von Kompetenzen. 


Podiumsdiskussion

An der anschließenden Podiumsdiskussion nahmen Jürgen Richter (Vorsitzender des Arbeitskreis Ostfriesischer Hochschultage) Eberhardt Brandt (GEW-Landesvorsitzender), Prof. Anne Ratzki (Uni Paderborn), Dr. Annegret Helen Hilligus (Geschäftsführerin des PLAZ der Uni Paderborn), und Dr. Jens Winkel (Geschäftsführer des DIZ der Uni Oldenburg) teil. 

Eberhardt Brandt kritisierte, dass die Umsetzung der Standards nicht der Qualitätsverbesserung, sondern der Trennung von Schulformen eingesetzt würde. Er verurteilte die strikte Trennung der Bildungsgänge. Grundlage seien primitive Vorstellungen von Praxisbezug.

Prof. Anne Ratzki hob hervor, dass in der Bildungsdiskussion das Modell der Heterogenität Vorrang haben müsse. Lehrer müssten viel stärker die Vielfalt der Kinder wahrnehmen. Leitforderung müsse sein, dass die Lehrerin, der Lehrer das Kind und nicht das Kind den Lehrer verstehen müsse. Sie forderte, dass Standards zur Diagnose und zur Entwicklung von Förderkompetenzen genutzt werden sollten und nicht zur Beschämung von Schülern und Schulen.

Dr. Annegret Helen Hilligus wies darauf hin, dass Finnland nicht mit Standards, sondern mit Standardorientierungen arbeiten würde. 

Dr. Jens Winkel hob hervor, dass die Profilbildung der Schulen nicht einem Konkurrenzmodell entsprechen müsse.

Jürgen Richter meinte, dass man nicht nur die Gesamtschule fordern könne. Sondern müsse auch erfragen, was jeder in seiner Schule konkret besser machen könne. Dafür bieten die Hochschultage gute Angebote.

Abschließend stimmten die Anwesenden der Feststellung zu, dass Lehrerinnen und Lehrer überall hervorragende Arbeit leisten würden. Die derzeitige Regierungspolitik mit einer Fülle von sinnlosen Änderungen würde die Arbeit erschweren. Zu fordern sei ein stimmiges, zukunftssicheres Konzept der heterogenen Lernkultur und eine Beschränkung der Reformpolitik auf die Kernaussagen der Schule.


Workshops

Am folgenden Freitag fanden elf Veranstaltungen und Workshops im Europahaus Aurich mit knapp 400 Besuchern statt. 


In der ersten Veranstaltung „Diagnostische Verfahren im Deutschunterricht“ entwickelten Katharina Köller und Elke Düsing Grundlagen der Diagnostik und stellten ausgesuchte Lese- und Rechtschreib-Testverfahren vor. 
 
 
 
 
 



Im zweiten Workshop „Bildungserfolg und Emigration“ stellte Dr.Mechthild Gomolla viele neue Maßnahmen zur Diagnose und Förderung im Grundschulbereich vor. Sie wies darauf hin, dass leider der sachgerechte Umgang mit der Vielfalt der Schülerschaft immer mehr in den Hintergrund gedrängt würde. Die Politik hintertreibe das Ziel der Chancengleichheit. Neue Steuerungsmodelle verschärften das Problem der Chancenungleichheit.
 
 
 



Im dritten Workshop „Neue Medien für den Musikunterricht“ gab Michael Ahlers viele Tipps zum Medieneinsatz, wurden eine Fülle von Freeware- und Kaufprogrammen vorgestellt.
 
 
 
 
 
 



Im vierten Workshop „Dynamische Mathematik“ stellte Dr. André Diesel Praxisbeispiele aktiv-entdeckenden Unterrichts vor. Dabei zeigte er auch die Verbindung von PC-unterstützten Programmen mit konventionellen Trainings- und Lernmethoden auf dem Papier.
Infos sind unter folgenden Links zu finden:
1. Zusammenstellung zum Workshop von André Diesel:
Informationen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops "Dynamische Mathematik - nicht nur im Mathematikunterricht" im Rahmen der Ostfriesischen Hochschultage 2007.
2. Weitere Materialien
http://geonext.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Dynamische_Geometrie
http://www.geogebra.org/cms/



Im 5. Workshop „Möglichkeiten, Bedingungen und Grenzen videogestützter Unterrichtsreflexion“ den mit Dieter Wiebusch und Heinz Dorlöchter ging es um das Bild, das die Lehrerin, der Lehrer von seinem Unterricht hat. Videogestützte Reflexion könnte die fachliche und didaktische Gestaltung vorantreiben und aktive Lernprozesse unterstützen. Wichtig bei der Arbeit in der Klasse sei die Lernumgebung und die Lernatmosphäre, orientiert zum Beispiel an den 10 Merkmalen guten Unterrichts nach Hilbert Meyer.

Programmübersicht des Workshop
 
 



Im 6. Workshop „Podcasts im Unterricht“ mit Sebastian J. Dorok stand die individuelle Arbeit an Einzel-PC´s im Vordergrund. Jeder Teilnehmer wurde befähigt, eigene Podcasts (Mitschnitte von Sprach- und Musikbeiträgen) zu erstellen und ins Internet zu stellen.
Kostenlose selbsterklärende Software:
http://www.audacity.de/
 
 
 



In der 7. Veranstaltung „Jeder Schüler ist anders – Blick in die skandinavische Lernkultur“ berichtete Prof. Dr. Anne Ratzki von dem hohen Qualitätsstandard der  skandinavischen Lernkultur. Die Lernerfolge der Formen selbstbestimmten Lernens, der Freiarbeit hätten auch sehr viel damit zu tun, dass die Schülerinnen und Schüler dann mit mehr Freude ihre Arbeit machen würden, wenn sie den Lernstoff indiviualisiert und mit eigenem Lerntempo erledigen könnten.
 



In dem 8. Workshop „Gesundheitsfördende Schule“ entwickelte StD Georg Israel Chancen und Strategien einer lebensbejahenden, den Arbeitsplatz Schule für alle Beteiligten günstiger gestalteten Lernumgebung.
 
 
 
 



Im 9. Workshop brachte Bianca Gehler die „Portfolioarbeit am Beispiel des Europäischen Portfolios im Englischunterricht“ den Teilnehmern näher. Erreicht werden können einerseits  eine bessere Motivation und andererseits eine differenziertere Leistungs- und Förderdiagnose. Der verstärkte Einsatz individueller Lehr- und Lernkonzepte sei bei der immer größeren Heterogenität der Lerngruppen unerlässlich.
 
 



Im 10. Workshop „Englischkenntnisse diagnostizieren“ zeigte Dr. Jörg Kessler, wie mit computerbasierten Werkzeugen der sprachliche Entwicklungsstand junger Fremdsprachenlerner diagnostiziert werden könne. 
 
 
 
 



Im 11. Workshop „Podcasts im Unterricht“ arbeitete erneut eine Gruppe an der Erstellung und Publikation selbsterstellter Audiofiles.
 

Auf dem Foto zwei ' alte Hasen´: Prof. Dr. Bernhard Michael Gilroy und Reinhardt Donath
 
 

Die Ergebnisse werden nicht mehr auf der guten, alten Kassette gespeichert.


Veranstaltungsorte

Grafik: Ronald Wilts


Programm

Eröffnungsveranstaltung Donnerstag, 15.03.2007 

19.30 Uhr „Güterschuppen des Gymnasiums Ulricianums" 
Eröffnung durch den Vorsitzenden der GEW Weser-Ems Dieter Knutz
Grußworte
Vorstellung der Universität Paderborn durch Prof. Dr. Bernard Michael Gilroy; Prorektor für Lehre, Studium und Internationale Beziehungen
Leitung: Jürgen Richter (Vorsitzender des Arbeitskreis Osfriesische Hochschultage)

Hauptvortrag Herrn Prof. Dr. Bardo Herzig (Universität Paderborn, Erziehungswissenschaftliches Institut)
Schule zwischen Standardisierung und Profilbildung – Was sollen Lehrerinnen und Lehrer können?

In dem Vortrag soll zunächst die Diskussion um Bildungsstandards, Kernlehrpläne und Schulcurricula  kurz aufgenommen werden. Es stellt sich die Frage nach der Entwicklung von Kompetenzmodellen und Standards für die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern. Beispiele aus der deutschen und internationalen Diskussion sollen skizziert werden. Abschließend geht es um eine zusammenfassende Reflexion zum Stellenwert und zur Kritik von Standards in der Schule und in der Aus- und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern.
Diskussion zum Thema des Hauptvortrags mit Prof. Dr. Bardo Herzig, Prof. Dr. Anne Ratzki (Honorarprofessorin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Paderborn) und Eberhard Brandt (Landesvorsitzender der GEW Niedersachsen)
Ende gegen 22.00 Uhr


"Güterschuppen" in Aurich



Freitag, 16.03.2007, 

09.30 - - 10.30 Uhr und 11.30 – 13.00 Uhr 
Workshops im Europahaus Aurich (Von-Jhering-Straße 33, 26603 Aurich)


Europahaus "de Pottere-Haus"

Ein herzlicher Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des
Europahaus Aurich für die hervorragende Begleitung bei der
Durchführung der Hochschultage 2007


Veranstaltungsblock I   9.00 - 10.30 Uhr


Katharina Köller (Universität Paderborn, Institut für Germanistik und vergleichende Literaturwissenschaft) und Elke Düsing (Universität Bielefeld, Institut für Linguistik und Literaturwissenschaft):
Tagung I.1 Diagnostische Verfahren im Deutschunterricht
Diagnostische Verfahren gewinnen aufgrund der wachsenden Heterogenität in den Klassen immer mehr an Bedeutung, um eine individuelle und prozessorientierte Förderung der Schülerinnen und Schüler realisieren zu können. Hierzu gehören sowohl kriterienorientierte Beobachtungsverfahren und Fragebögen als auch standardisierte Tests, die im Fach Deutsch insbesondere zur Überprüfung der Rechtschreibentwicklung und der Lesekompetenz eingesetzt werden. In diesem Workshop werden nach einer Einführung in die Grundlagen der Diagnostik ausgesuchte Lese- und Rechtschreib-Testverfahren vorgestellt und diskutiert.  Zum Abschluss der Veranstaltung wird ein kurzer Überblick über entsprechende Fördermaßnahmen und Materialien gegeben.

Diskussionsleitung: Insa Bulicke
Ort: Plenarsaal



Dr. Mechthild Gomolla (Universität Paderborn, Erziehungswissenschaftliches Institut):
Tagung I.2  Schulqualität, Schulentwicklung und Bildungschancen im Kontext sprachlich-kultureller Heterogenität
Der erste Teil des Workshops bietet eine Einführung in das Problemfeld der institutionellen Diskriminierung im Bildungs- und Erziehungssystem. Nach einer kurzen Einleitungsoll anhand von Fallbeispielen gemeinsam erarbeitet werden, wie Diskriminierung im Schulalltag zustande kommt und aufrecht erhalten wird. Im zweiten Teil werden unter Einbezug konkreter Praxismodelle Ansatzpunkte zur Prävention und zum Abbau institutioneller      Diskriminierung im Rahmen schulischer Qualitätsentwicklung und -sicherung vorgestellt.

Diskussionsleitung: Klaus Kluth
Ort: Haus am Collmannsgang, Seminaraum



Michael Ahlers:
Tagung I.3  Neue Medien für den Musikunterricht - Arbeitserleichterung oder zusätzliche Belastung?
Innerhalb des Workshops wird auf die Möglichkeiten eingegangen, wie und an welchen Stellen die so genannten Neuen Medien in einen zeitgemäßen Musikunterricht integriert werden können oder dies bereits geschieht. Neben Beispielen aus der Fachliteratur und praktischen Demonstrationen sollen auch  die Bedenken und Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutiert werden.

Diskussionsleitung: Wilfried Wiemer
Ort: Haus Wallheimer



Dr. André Diesel (Lehrer-Online, Schulen ans Netz e. V.):
Tagung I.4 Dynamische Mathematik - nicht nur im Mathematikunterricht
Dynamische Mathematik ermöglicht Visualisierungen, die mit traditionellen Medien nicht realisierbar sind und fördert einen aktiv-entdeckenden Zugang zu mathematischen Inhalten. Lernprozesse werden dadurch wirkungsvoll unterstützt. Und das nicht nur in der Mathematik, sondern auch in den Naturwissenschaften. Hier bieten sich insbesondere in der Physik zahlreiche Einsatzmöglichkeiten, die im Rahmen dieses Workshops vorgestellt werden.

Diskussionsleitung: Mareike Neudeck
Ort: Haus am Collmannsgang, Pavillon



Heinz Dorlöchter und Dieter Wiebusch:
Tagung I.5 Möglichkeiten, Bedingungen und Grenzen videogestützter Unterrichtsreflexion
Im Projekt "Unterricht im Diskurs" haben wir über einen Zeitraum von drei Jahren am Landesinstitut für Schule in Soest (NRW)ausbildungsdidaktische und ausbildungsmethodische Konzepte entwickelt und erprobt, wie die digitale Videotechnik für die Lehrerausbildung am Studienseminar zu nutzen ist. Unter Berücksichtigung berufsethischer Schutzregeln ist es möglich, die individuelle Kompetenzentwicklung (Reflexions-, Handlungs- und     Entwicklungskompetenz) durch den begleiteten Blick in den Videospiegel wirksam zu unterstützen. Dabei ist es uns wichtig, auch die Ausbilderinnen und Ausbilder in den Videospiegel schauen zu lassen. Diesen Ansatz haben wir inzwischen auch in der Lehrerfortbildung angewendet. Der Workshop bietet einen anschaulichen Einblick in die videogestützte Arbeit sowie eine Einführung in das ausbildungsdidaktische Konzept. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern soll erörtert werden, wie digitale Videotechnik in der Arbeit an der eigenen      Professionalität und in kollegialen Beratungsformen eingesetzt werden kann.

Diskussionsleitung: Gabi Kleen
Ort: Haus Harnischmacher, Seminarraum



Sebastian J. Dorok (Mariengymnasium Arnsberg):
Tagung I.6 Podcasts im Unterricht – eine Einführung mit Workshop
Ein Mikrofon, ein Audio-Editor und ein Internetzugang, mehr ist im Prinzip heute nicht mehr notwendig, um mit dem Computer eine etwas zeitversetzte Amateur-Rundfunksendung zu erstel-len. Diese Sendung, die als Podcast bezeichnet wird, kann man sich dann bei Bedarf im Internet anhören. Podcasts bieten auch für den Unterricht interessante Möglichkeiten. So können z. B. vorhandene fremdsprachige Podcasts im Unterricht eingesetzt werden, die technische Ausrüstung eignet sich auch zur Hörspielproduktion oder es wird ein Feature zum Thema Werbung von Schülerinnen und Schülern selbst erstellt. Im Rahmen des Workshops wird zum einen ein kurzer Einblick in die Geschichte der Podcasts gegeben und zum anderen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein erster Podcast selbst erstellt.

Diskussionsleitung: Reinhardt Donath
Ort: de Pottere Haus, PC-Raum


Veranstaltungsblock II   11.30 - 13.00 Uhr


• Prof. Dr. Anne Ratzki (Universität Paderborn, Institut für Erziehungswissenschaft):
Tagung II.1 Jedes Kind ist anders – ein Blick in die skandinavische Lernkultur
Das eben abgeschlossene EU-Projekt „Eu-Mail“ (European Mixed Ability and Individualised Learning) erlaubt uns einen eindrucksvollen Blick in die skandinavische Lernkultur. Berichte über Schulbesuche, Interviews  mit LehrerInnen und SchülerInnen in Finnland, Schweden und Norwegen und Unterrichtsfilme zeigen, wie die Schulen mit der Heterogenität ihrer Schülerinnen und Schüler erfolgreich umgehen. 
Der Workshop wird kurz in die Grundlagen der skandinavischen Lernkultur einführen. Filmausschnitte zeigen anschaulich, was in Unterricht und Schulleben geschieht. In Gruppen und im Plenum sollen die Eindrücke vertieft und ausgewertet werden. Schließlich wollen wir auch fragen, was wir in Deutschland von Skandinavien und Finnland lernen können. 

Diskussionsleitung: Peter Hürter
Ort: Plenarsaal



StD Georg Israel (Universität Paderborn, Ernährung und Verbraucherbildung):
Tagung II.2  Gesundheitsfördende Schule
Komplexer werdende Aufgaben am Arbeitsplatz Schule einerseits, mangelnde individuelle Problembewältigungskapazitäten und die unzureichende Nutzung von Schulentwicklungsmöglichkeiten führen     zu hohen gesundheitlichen Belastungen bei allen Beteiligten. Schulen können so ihren Auftrag zur  Bildung und Erziehung der Schülerinnen und Schüler nur noch unter erschwerten Bedingungen gerecht werden. Eine gute gesunde Schule kann dazu beitragen, den Lernort für Schülerinnen und Schüler sowie den Arbeitsplatz für Lehrerinnen und Lehrer gesundheitsförderlicher und damit auch effektiver zu gestalten. Übergeordnetes Ziel einer solchen Schule ist die Steigerung ihrer Bildungsqualität. So wird die Gesundheitsförderung  zu einem als notwendig verstandenen Teil von Personal-, Unterrichts- und Schulentwicklung. In diesem Workshop werden Chancen, Strategien und Praxisbeispiele erörtert.

Diskussionsleitung: Renate Erdt
Ort: Haus am Collmannsgang, Seminar



Bianka Gehler (Universität Paderborn, PLAZ):
Tagung  II.3  Einführung in die Portfolioarbeit am Beispiel des Europäischen Portfolios der Sprachen (EPS) im Englischunterricht
In dem Workshop werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Arbeit mit dem EPS einerseits die Motivation zum Erlernen einer Fremdsprache (hier Englisch) fördern kann und andererseits eine Umsetzung einer differenzierten Form der Leistungsbewertung möglich wird. Um der immer größeren Heterogenität im Unterricht, gerade auch im sprachlichen Bereich, gerecht werden zu können, ist ein vermehrter Einsatz individueller Lehr-/ Lernkonzepte     unerlässlich. Hierbei bietet das EPS eine Vielzahl an Möglichkeiten, nicht nur Lernprozesse abzubilden, sondern auch die Entwicklung individueller Lernstrategien zu fördern und gleichzeitig eine differenzierte Rückmeldung über die aktuelle Leistung der Schülerinnen und Schüler in Orientierung am international anerkannten Referenzrahmen der europäischen  Sprachen zu geben.

Diskussionsleitung: Edeltraut Breiter
Ort: Haus Wallheimer



Dr. Jörg Kessler (Universität Paderborn, Institut für Anglistik):
Tagung II.4  Englischkenntnisse diagnostizieren: Spracherwerb und Möglichkeiten der Lernstandsdiagnostik in den ersten Lernjahren des Fremdsprachenunterrichts
Um die Kinder im Englischunterricht an der richtigen Stelle abholen und entsprechend ihrer fremdsprachlichen Entwicklung optimal fördern bzw. fordern zu können, ist es wichtig zu wissen, welchen Sprachentwicklungsstand die Kinder beim Zeitpunkt der Übernahme einer Klasse erreicht haben. Dies ist umso wichtiger,  je heterogener eine Klasse zusammengesetzt ist. Anhand eines computerbasierten Werkzeugs zur Diagnose des sprachlichen      Entwicklungsstandes junger Fremdsprachenlerner wird verdeutlicht, wie sich solche Kenntnisse erfassen lassen und welche Konsequenzen sich daraus für die Konzeption des eigenen Unterrichts ergeben (können). Neben einer Einführung in eine alternativ zum Portfolio durchführbare Lernstandsdiagnostik für den Englischunterricht wird im Rahmen dieses Workshops die Diagnosesoftware Rapid Profile vorgestellt und erläutert. 

Diskussionsleitung: Dr. Dieter Müller
Ort: Haus am Collmannsgang, Pavillon



Sebastian J. Dorok (Mariengymnasium Arnsberg):
Tagung II.5 Podcasts im Unterricht – eine Einführung mit Workshop
Ein Mikrofon, ein Audio-Editor und ein Internetzugang, mehr ist im Prinzip heute nicht mehr notwendig, um mit dem Computer eine etwas zeitversetzte Amateur-Rundfunksendung zu erstel-len. Diese Sendung, die als Podcast bezeichnet wird, kann man sich dann bei Bedarf im Internet anhören. Podcasts bieten auch für den Unterricht interessante Möglichkeiten. So können z. B. vorhandene fremdsprachige Podcasts im Unterricht eingesetzt werden, die technische Ausrüstung eignet sich auch zur Hörspielproduktion oder es wird ein Feature zum Thema Werbung von Schülerinnen und Schülern selbst erstellt. Im Rahmen des Workshops wird zum einen ein kurzer Einblick in die Geschichte der Podcasts gegeben und zum anderen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein erster Podcast selbst erstellt.

Diskussionsleitung: Reinhardt Donath
Ort: de Pottere Haus, PC-Raum


Ausstellung der Schulbuchverlage und Buchhändler:
Cornelsen, Klett, Mildenberger, Verlag im Hollen, Finken, Persen

Vorbereitungstreffen im Paderborner Lehrerbildungszentrum (PLAZ) der Universität Paderborn

von links:
Ubbo Voss (Kassenart des AK-OHT), Dr. Annegret Helen Hilligus (PLAZ-Geschäftsführerin), 
Jürgen Richter (Vorsitzender des AK-OHT)  und Dr. Jens Winkel (ehem. PLAZ, jetzt DIZ Oldenburg)


 

Übersicht über die Tagungsberichte seit 1996

 Homepage des Ortsverband Rheiderland der GEW

Gestaltung: Hasso Rosenthal
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